Elektrochemische Korrosionsmessungen

  • Messgeräte: Bio-Logic, VMP3 B-2x2 and VSP
  • Messmethode: Dynamische Dreielektrodenmesstechnik
  • Normen: DIN 50900 (Begriffe), DIN 50918, DIN EN ISO 10993-15, EN ISO 10271
     

Anwendungsmöglichkeiten:

  • Messung von Ruhepotenzialen (Leerlaufpotenzialen)
  • Aufnahme von (zyklischen) Spannungs-Strom-Kurven (anodische Polarisation)
  • Aufklärung der Reaktionsmechanismen in verschiedenen Lösungen
  • Beschreibung der Potenzialabhängigkeit von Korrosionsreaktionen
  • Tafelgeraden-Extrapolation, Bestimmung der Korrosionsgeschwindigkeit
     

 

Da die Korrosion von Metallen typischerweise auf elektrochemischen Redox-Reaktionen beruht, können die Ergebnisse elektrochemischer Prüfmethoden zur Korrosion sehr gut für Prognosen herangezogen werden. Zur Simulation spontan ablaufender Korrosionsprozesse werden in einer elektrochemischen Zelle an einem beliebigen Metall durch äußere Beaufschlagung mit Gleichspannung/-strom mittels Potenziostaten/Galvanostaten Stromdichte-Potenzialkurven aufgezeichnet, die aussagekräftige Ergebnisse zum Korrosionsverhalten der untersuchten Oberflächen liefern.

Neben der Aufklärung der Reaktionsmechanismen und der Beschreibung der Potenzialabhängigkeit von Korrosionsreaktionen, können damit kritische Korrosionspotenziale und die Korrosionsgeschwindigkeit in einem bestimmten Medium innerhalb kurzer Zeit bestimmt werden.

Elektrochemische Potenzialmessungen werden für folgende Untersuchungen eingesetzt:

  • Bestimmung der Lebensdauer verschiedener Metalle und Metalllegierungen in wässrigen Medien
  • Beschreibung der Qualität und der schützenden Wirkung von metallischen Überzügen
  • Beschreibung möglicher Kontaktkorrosionsgefahr (Belüftungselement)
  • Bestimmung der Korrosivität von nicht wässrigen Medien (z.B. Kraftstoffen, Kühlmitteln, Tinten oder Fetten)

Die Ermittlung von Polarisationswiderstand, Korrosionspotential und Korrosionsrate ermöglicht Korrosionsvorgänge direkt miteinander zu vergleichen und zu quantifizieren.
Elektrochemische Korrosionsmessungen sind Kurzzeitprüfungen aus denen man durch verschärfte Angriffsbedingungen zeitraffende Ergebnisse erhält, die denen aus Naturversuchen weitgehend entsprechen. Die Vielzahl an standardisierten Messmethoden macht es möglich, elektrochemische Korrosionsversuche entsprechend geltender nationaler und internationaler Normen durchzuführen. Die Korrosionsgeschwindigkeit wird beeinflusst, der Korrosionsmechanismus bleibt aber unverändert. Durch die kurze Messzeit und die Vielfältigkeit der implementierten elektrochemischen Messtechniken kann das Messsystem sowohl in der Materialentwicklung und -forschung als auch für die Qualitätskontrolle eingesetzt werden.

 

Elektrochemische Potenzialmessungen geben Auskunft über Lage vom Ruhepotenzial, Passivierungsverhalten, Passivstrom und Beginn des Transpassivbereichs (Aktivbereich)

 

Zyklisch-potenziodynamische Stromdichte-Potenzialkurve (1mV/S) an Stahl in einer Korrosionslösung gemessen

 

 

Ansprechpartner

Dr. Manfred Baumgärtner | DW 301
baumgaertner@fem-online.de

Robert Kaiser | DW 308
kaiser@fem-online.de